Fernbeziehung Klagenfurt – Valencia

Interview II aus unserer Reihe Erfahrungsberichte zum Thema Fernbeziehung:

Bärbel und Bernhard, 5monatige Fernbeziehung Spanien – Österreich

Bärbel, du und dein Freund Bernhard habt für 5 Monate eine Fernbeziehung geführt. Du hast in Valencia, in Spanien gelebt, dein Freund in Klagenfurt, in Österreich – 1.800 km voneinander entfernt. Inzwischen lebt ihr zusammen in Kärnten. Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, um unseren Lesern von deinen Erfahrungen zu berichten!

Wie kam es zu der Fernbeziehung?
Bernhard und ich haben uns ca. einen Monat vor meinem Auslandssemester kennengelernt. Wir haben damals beide gewusst, dass ich für ein halbes Jahr weggehen würde und die Sache deshalb nicht so ernst genommen. Wir hatten unseren Spaß und es war eigentlich nicht das Ziel, sich zu verlieben – was dann aber doch passiert ist. Das haben wir aber erst gemerkt, als ich schon mehr als ein Monat in Spanien war und er mich besuchen kam. Ich vermisste ihn damals wirklich und freute mich sooooo sehr auf den Besuch – und es war eine wunderbare Woche. Danach haben wir uns für ca. 4 Monate nicht mehr gesehen – nur gehört.

Was ist das schwierigste am Führen einer Fernbeziehung?
Das schwierigste bei der Beziehung auf Distanz war für mich das Vertrauen. Da wir uns eigentlich noch so frisch kannten und alles noch so neu war, war mein Vertrauen nicht gerade das größte. Und natürlich das Vermissen des Anderen, wenn man weiß, dass man ihn erst wieder nach Monaten sieht und in die Arme nehmen kann.

Gibt es auch Vorteile? Wenn ja, welche?

Als Vorteil würde ich die Freiheit nennen – man kann tun und lassen, was man will und muss keine Rücksicht auf den anderen nehmen. Man kann fortgehen bis in die Morgenstunden ohne dass jemand fragt warum/mit wem/wieso… oder anders gesagt – bei mir ist das halt so – gehe ich seit ich mit meinem Freund zusammen bin nicht mehr so viel fort wie früher (das ist gut für meine Brieftasche und meine Gehirnzellen) und ich bin wesentlich ruhiger geworden (das könnte aber auch von meinem Alter kommen ;-P ). Ein weiterer Vorteil einer Fernbeziehung ist, dass die Wiedersehensfreude sooo groß ist und ein einfach unbeschreibliches Gefühl. Jedes Gespräch am Telefon oder eine E-Mail machen einen glücklich – wenn man sich jeden Tag sieht rutschen diese Sachen schnell mal ins “Alltagsleben” ab und sind nichts Besonderes mehr.

Wie oft habt ihr euch damals gesehen?
Wir haben uns zwei Mal gesehen – wobei diese Zeitpunkte knapp beieinander lagen (innerhalb von 14 Tagen).

Wie habt ihr zwischen den Treffen Kontakt gehalten?
Wir haben telefoniert (das war dann auch teuer für beide), e-mails geschrieben und Postkarten geschickt :-) Ach ja, und SMS dürfen natürlich nicht fehlen!

Was möchtest du unseren Lesern noch mitgeben? Hast du einen Tipp, z. B. was das Leben in einer Fernbeziehung leichter macht? Worauf sollte man besonders achten?
Tipp kann ich keinen geben – denn jede Beziehung ist individuell – genauso wie die zwei Menschen die sie miteinander leben. Man sollte einfach immer auf sein eigenes Ich vertrauen und dem anderen natürlich auch Freiraum geben – egal ob in einer Fernbeziehung oder nicht. Druck ausüben tut niemandem gut – man muss einfach nur mal daran denken, wie man sich selbst fühlen würde, wenn man von Liebe wahrlich erdrückt werden würde!

Vielen Dank für das Gespräch & weiterhin alles Gute euch beiden!

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