Vorteile einer Fernbeziehung

In der Regel kommt es durch Veränderungen in Beruf oder Ausbildung eines Partners zur räumlichen Trennung, die in einer Fernbeziehung mündet. Bei allen Problemen und Schwierigkeiten, die eine Fernbeziehung mit sich bringen kann, gibt es jedoch auch eine Reihe von Vorteilen.

Fernbeziehungs-Vorteil Nr. 1: mehr Freiheit

Der Partner der wegzieht, baut sich am neuen Ort ein neues Leben auf und erkennt dabei bereits erste positive Aspekte des veränderten Status: Die neue Wohnung, neue Freunde und Kollegen, neue Gewohnheiten und Rituale etc. müssen nicht mit den Vorlieben des Partners abgeglichen werden: Nur der eigene Gusto entscheidet. Das setzt sich bei der Wahl der Mahlzeiten oder Restaurants, der Freizeitgestaltung und dem abendlichen Fernsehprogramm fort. Keine Diskussionen – eher ein Abgleich per Telefon: “Was schaust Du denn gerade?”

In einer Fernbeziehung können sich beide Partner neu orientieren und weitgehend neu einrichten: Freunde treffen, mit denen der Partner nicht so gut zurecht kam etwa, oder das Freizeit- und Sportprogramm so ändern, dass nur noch eigene Belange Berücksichtigung finden müssen. Dein eigenen Hobbys kann wieder uneingeschränkt nachgegangen werden. Wer möchte, kann sich beruflich stärker engagieren und auch mal länger arbeiten. Ebenso kann man sich das lang ersehnte Haustier zulegen, für das man sich nun auch die Zeit einteilen kann. Die Wohnung kann so gestaltet werden, wie es einem gefällt und so weiter, und so fort… Die Liste dieser positiven Aspekte einer Fernbeziehung lässt sich nahezu unendlich fortsetzen. Der eigene Freiraum wird auf jeden Fall größer. Es muss weniger abgesprochen und diskutiert werden, man kann sein Leben während der “partnerlosen” Zeit zu einem großen Teil führen, wie es einem gefällt.

Fernbeziehungs-Vorteil Nr. 2: weniger Alltagstrott

Besonders die alltäglichen Zankereien um die Arbeit im Haushalt wie das Hinunterbringen des Mülls, dem nötigen Hausputz oder der Erledigung der Einkäufe fallen weg. Auch Kleidungsfragen, die in der Paarroutine vielleicht Grund zur Diskussion waren (“Musst Du eigentlich immer Schwarz tragen?”) können nun individuell vom Betroffenen alleine entschieden werden. Der Gammellook nach dem Büro wird weder wahrgenommen noch bewertet – in der Fernbeziehung ist die superbequeme (wenn auch alte und unvorteilhafte) Jogginghose nach Büroschluss kein Grund zu Kritik.

Fernbeziehungs-Vorteil Nr. 3: mehr bewusste Zweisamkeit

In einer Fernbeziehung wird die gemeinsame Zeit meist viel bewusster genutzt. Gemeinsame Zeit ist ein knappes Gut, mit dem nun sorgsam umgegangen werden muss. Das Paar erlebt sich und die Zeit zu zweit ohne den Beigeschmack der Routine. Man plant die gemeinsame Zeit schon vor dem Wochenende oder Urlaub: Will man sie zu zweit verbringen oder mit Freunden, will man etwas unternehmen oder einfach nur entspannen? Die Vorfreude auf einander bestimmt wieder den Alltag. Auch der Abschied vor der regelmäßigen Trennung wird zum Ritual, das bereits die Freude auf das nächste Treffen einleitet.

FernbeziehungPaare, die in einer Fernbeziehung leben, kommunizieren auch anders, viel bewusster. Man schreibt sich e-mails und SMS, man telefoniert vielleicht stundenlang, man nimmt sich Zeit zum Chat via Webcam usw. Die modernen Kommunikationsmittel wie Handy, Smartphone und die vielen Möglichkeiten des Internets machen die Kommunikation auch über weite Distanzen einfach und kostengünstig. Fotos und Videos können auf Knopfdruck versendet werden, über die Webcam holt man sich auch den tausende Kilometer entfernt lebenden Partner ins Wohnzimmer. Paare, die geografische Distanzen überbrücken müssen, sprechen oft intensiver miteinander als Paare, die zusammen leben. Man vergleiche das Gespräch via Webcam mit einem Abend auf der Couch vor dem Fernseher…

Die gemeinsame Zeit wird auch im Hinblick auf die Sexualität intensiv genutzt. Der Partner ist nicht permanent verfügbar. Dadurch entsteht auch in diesem Bereich ein Ausnahmezustand, der das Paar viel intensiver mit einander umgehen lässt. Allein die Vorfreude auf den anderen kann wie ein Aphrodisiakum wirken.

Ein anstehender gemeinsamer Urlaub wird in der Fernbeziehung zum großen Traumprojekt. Zwei Wochen gemeinsame Zeit – das ist für Paare in einer Fernbeziehung wie mental die Lottomillion zu verplanen. Wer sich sonst nur am Wochenende, 1x im Monat oder alle 3 Monate sieht, der weiß die Länge eines ein-, zwei- oder gar vierwöchigen Urlaubs zu schätzen. Die gemeinsame Zeit intensiv zu genießen, das hat das Paar inzwischen gelernt.

Wenn die Partner es schaffen, die gemeinsame so wie die getrennte Zeit gut zu meistern und die Nähe zueinander aufrecht zu erhalten, dann steht einer gelungenen Fernbeziehung nichts mehr im Weg.